Wir sind noch nicht fertig geworden mit dem Hühnerstall. Aber einen grossen Schritt weiter: Die Plattform, der Boden, die Seitenwände und das Dach sind montagefertig, es fehlen noch die Fenster, die Hühnerklappe mit Steuerung und die übrigen Beschläge.
Nachbar Pepe hatte sogar Unterstützung vorbehalten für den Transport an den Standort und die Aufrichte Ende Woche, aber es war schnell klar, dass wir nicht riskieren wollten, einen Rohbau bis zur Fertigstellung ungeschützt der Witterung (vornehmlich Sonne) auszusetzen, solange es genügend Platz in der Werkstatt gab, um die Module zu lagern. Vorgesehen ist nun die Aufrichte und Fertigstellung Ende September. Bis dahin also wird es nichts zu gackern geben. Dafür zu wiehern. Pepe informierte so nebenbei, dass er ab Samstag auch noch ein Pferd auf dem Gelände unterbringen werde.

Matterhorn: Check!
Wir waren wieder für den ersten Flug um 07:05 gebucht, aber diesmal reiste ich von Schaffhausen an. Trotz weniger als einer Stunde bis zum Abflug reichte es noch für einen Kaffee in der Lounge.
Cornel schwärmte so vom Blick aufs Matterhorn, aber auf dem letzten Flug sassen wir auf der «falschen» Seite. Es gab zwar viel zu sehen über dem Mittelland und für den Anflug auf Mallorca waren die Plätze goldrichtig. Als dann in Zürich die Türen des Airbus A220 geschlossen wurden und niemand am Fenster links sass, da wechselte ich noch kurz vor dem Start die Seite.





Nach der Landung gingen wir noch kurz einkaufen, um auch mal den Pizzaofen nutzen zu können, dann folgte die Fahrt mit dem Mietwagen, einem MG, zu Finca. Auf der steilen Strasse mit den engen Kehren kam der chinesische Engländer schon fast an seine Grenzen. Was für ein Unterschied zum Cupra letztes Mal!
Auf der Finca angekommen ging es gleich an die Arbeit.


Dank der inzwischen gelieferten Stichsäge konnten wir die Lüftungsschlitze der Vorder- und Rückseite fertig ausschneiden.
Wir schafften es tatsächlich, ab Mittag fast einen vollen, regulären Arbeitstag hinzulegen.


Erster, voller Arbeitstag
Am nächsten Morgen waren wir früh unterwegs.






Sehr feines Morgenessen: Pan de masa madre tostado con tomate, rúcola, aceite de oliva, huevo poché, aguacate y queso.




Pizzatime
Drohnenintermezzo nach dem Frühstück:
Aber danach ging es zurück an die Arbeit.

Und endlich war es Zeit für Bob’s Pizza.



Den Teig bereitete Bob bereits am Morgen zu, so hatte er genügend Zeit, sich zu entwickeln.
Das Resultat konnte sich sehen und – noch wichtiger – schmecken lassen. Hervorragend gelungen, Kompliment!
Und dazu passten natürlich ein oder zwei Estrella Damm-Biere, ein Spanisches Pendant zum Quöllfrisch.
Markttag in Inca

Eigentlich hätten wir das Frühstück mit dem Pan de masa madre tostado im Café del Rosario in Inca gerne wiederholt, fanden aber leider keinen freien Platz, weder draussen noch drinnen. Was wir nicht beachtet hatten war, dass am Markttag naturgemäss viel mehr Leute unterwegs sind.




Für alle, die sich jetzt die Augen reiben und sich fragen, warum ich denn Italienisch essen möchte, sei einfach nochmals gesagt: Ich bin, seit 60 Jahren, Vegetarier. Die traditionelle spanische Küche basiert so stark auf Fleisch und Schinken, dass rein vegetarische Hauptgerichte auf ländlichen Speisekarten kaum existieren (es gibt wunderbare Ausnahmen). Ohne Fleisch und Meeresfrüchte schrumpft die Auswahl meist auf Patatas Bravas, Tortilla und Pimientos de Padrón zusammen. Diese verbleibenden Standard-Gerichte schmecken zwar gut, sind aber auf Dauer eintönig.

Reich befrachteter Abreisetag
Unser Flug würde ja erst nach 20 Uhr starten, also hatten wir noch genügend Zeit für verschiedenste Aktivitäten. Als erstes stellten wir alle Module des Hühnerstalls fertig: Podest mit Boden, Seitenwände mit Türe und das Dach sind montagebereit. Es fehlen allerdings noch die Beschläge.


Alle Teile bleiben bis zur Endmontage im September in der Werkstatt. Es ist genügend Platz. Um halb Eins war der Arbeitsplatz aufgeräumt und gereinigt und wir konnten uns noch kleineren Ausbesserungen im Hause widmen.
Danach ging es mit dem Cochecito (Kinderwagen), dem 4X4-Arbeitsfahrzeug, auf eine Erkundungstour eines Teils des Anwesens. Pepe und seine Leute waren daran, Zäune zu flicken und Sturmholz zu entfernen.




Statt in der langweiligen Longue des Flughafens herumzuhängen, schlug Bob vor, etwas früher abzufahren für einen Apéro in Palma.





Aber dann hiess es Abschied nehmen von der mediterranen Umgebung. Die Mietwagenrückgabe war problemlos und nachtrauern würden wir der Chinesenkarre nicht.

(wie der Raging Bull an der Wallstreet).



Air Baltic, die den Flug im Auftrag der Swiss durchführten bieten offenes WLAN über Starlink an und das gratis. Ich war also schon etwas beeindruckt, wie gross die Bandbreite war. Das wird wohl bald zum Standardangebot gehören, insbesondere von sogenannten Premium-Airlines.
Eine weitere, intensive Arbeitswoche ist vorüber, aber ganz klar: Ohne Spass würden wir uns so etwas nicht antun. Jetzt gibt es mal eine Mallorca-Pause, im September geht es dann weiter.
Nachtrag
Eine Woche später, am Samstag, 6. Juni, wurden die Schafe geschoren.
































































































































































































































































































































