Gulmen was? Der Wildhauser Gulmen (oder auch Gulme) ist jetzt nicht gerade ein Toppziel in den Bergen. Aber das macht ihn vielleicht umso attraktiver. Jedenfalls wäre mir seine Existenz verborgen geblieben, hätte M., aka Alpsteingeissli, nicht immer wieder Beiträge auf Instagram gepostet.
Auf der anderen Seite beginnt jetzt die Zeit, in der das Risiko auf Schneeschuhtouren im Alpstein beträchtlich ist (Schneerutsche). Dazu wollte ich etwas Anspruchsvolleres als nur den «Standardsprint» von der Ebenalp auf den Schäfler. Aber die in Frage kommenden Touren hatten durchwegs längere Anreisezeiten (Engadin, Oberwallis etc.).
Die eher raren Berichte über den Gulmen mit Schneeschuhen waren aber durchaus positiv, es könne sich sogar ein gewisses «Skandinavisches Feeling» einstellen. Damit war der Entscheid gefallen und der Wetterbericht dazu konnte gar nicht besser sein.

Ich überlegte mir noch, mit der Seilbahn auf Gamplüt rund 300 Höhenmeter «zu sparen», allerdings hätte ich danach über die Teselalp aufsteigen müssen und das wollte ich vermeiden. Dieses Wegstück versuche ich im Alpstein zu meiden, so wie etwa das Sämtisgebiet, das Brüeltobel oder die Strasse vom Seealpsee nach Wasserauen.
Normalerweise benötige ich weniger Zeit als die in SchweizMobil ausgewiesene, aber bei der Dauer war es doch angezeigt, frühzeitig aufzubrechen.



Hier der Blick zurück auf Wildhaus und die Churfirsten in der Morgensonne.



Ohne Alpsteingeissli kein Gulmen, aber auch kein Gulmen ohne Alpsteingeissli…



Links der Jöchliturm, in der Bildmitte der Altmann.
Zwei Wegstücke an der Südflanke des Gulme waren völlig schneefrei, da waren Schneeschuhe sogar hinderlich. Bis fast ganz zum Gipfel bewegt man sich eigentlich immer in einer Föhrenbuschlandschaft und kann somit wegen fehlender Sicht auch kaum einschätzen, wie weit es noch zum Ziel ist.









Die Begegnung mit dem Alpsteingeissli war ein Highlight dieser doch fordernden Tour. Auch wenn ich statt der über 7 Stunden nur 4 Stunden 16 Minuten gebraucht hatte. Aber die Zeitberechnung war natürlich von einer reinen Schneeschuhtour ausgegangen, effektiv hatte ich sie nur etwa zur Hälfte an den Füssen.
Comment
Super gute Dokumentation, Michi!
Die Schweiz ist halt schon ein Bijou.
Erstaunlich, dass nur wenige Menschen solche Touren machen.
Tip für das Alpsteingaissli:
In Katmandu habe ich ganz winzige Solar Zellen gesehen, leicht und klappbar, die winzige Gefässe erhitzen können, um Schnee zu schmelzen oder Konserven zu erwärmen.