Der erste Airbus A350 der Edelweiss bringt die Schweizer Airlines wieder zurück auf den Flugzeug-Catwalk. Designmässig war bei Swiss, Edelweiss, Helvetic und Chair, mit Ausnahme des A220, in den letzten Jahren «Hausmannskost» angesagt. Daran konnte auch die Neo-Linie des A320 nicht viel ändern: Die Flugzeuge sahen einfach aus, ja, wie Flugzeuge eben aussehen. Aber da war nichts speziell und die eher konservative Bemalung hat auch nichts zu einem dynamischen Look beigetragen.
Die Zeiten von Boeing B747 oder DC-10/MD-11 unter Schweizer Flagge sind schon lange vorbei und seit ETOPS zum Standard geworden ist, gehören Jets mit mehr als zwei Motoren zu den Exoten. Die B747 wird nicht mehr gebaut und auch dem fettesten Kind des «Wettrüstens», dem Airbus A380, wurde der Stecker gezogen.




Das analoge Dreimann-Cockpit der HB-IGD




Der neue Airbus A350 ersetzt bei der Edelweiss den Airbus A340, den letzten vierstrahligen Jet mit Schweizer Immatrikulation, dem aus ästhetischen Gründen niemand nachweinen wird. Auch sonst hat der A340 die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllt. Dafür war er zu schwach motorisiert und zu durstig. Ursprünglich hatte Airbus für den A340 stärkere Triebwerke geplant, und zwar die Pratt & Whitney der Serie PW4000. Diese Triebwerke hätten den A340 in der Leistung verbessert und zu einem noch wettbewerbsfähigeren Flugzeug gemacht. Allerdings gab es politischen und wirtschaftlichen Druck, der dazu führte, dass die USA, bzw. Pratt & Whitney, sich gegen die Lieferung dieser Triebwerke entschied. Der A340 hätte mit stärkeren Triebwerken Boeing zu stark konkurrenziert. So blieb Airbus nach dem Abbruch des «SuperFan»-Projektes 1987 nichts anderes übrig, als mit den CFM56-Triebwerkem zwar bewährte und zuverlässige, aber auch verhältnismässig schwache und durstige Motoren zu verwenden. Ich hatte einige Jahre ein Büro auf der Südwestseite des Balsbergs und konnte dort immer wieder A340 beobachten, die nach dem Start auf der Piste 16 scheinbar Mühe hatten, Höhe zu gewinnen.
Mit dem B787 Dreamliner hatte Boeing vorgelegt und das Design des neuen A350 dürfte davon, mindestens teilweise, mit beeinflusst worden sein. Allerdings hat der Dreamliner noch ein funktionales und elegantes Designelement, das dem A350 fehlt: Die «Chevrons», die sägezahnförmigen Ausläufe an den Triebwerksauslässen. Diese Chevrons reduzieren den Lärm, der durch die Vermischung heisser Abgasströme aus dem Triebwerk mit der kälteren Umgebungsluft entsteht.

Aber zurück zum neuen Star.
Um 15:10 sollte er in Zürich landen. Also würde ich mich um ca. zwei Uhr auf den Weg machen. Als ich aber um 13:10 auf flightradar24 las «landing in 1:10», fuhr ich sofort los, obwohl ich es eigentlich hätte besser wissen müssen: Wenn ein offizieller Akt geplant ist mit Water Salute und Gästen, dann muss die Ankunft pünktlich erfolgen. So war es auch. Landung um 15:11. 40 Minuten vergebens in der Kälte auf dem Hügel beim Pistenende in Oberglatt gestanden. Dafür in den Genuss von zwei Anflügen gekommen, da noch eine «Platzvolte» geflogen wurde.











Die 4.6km zum Ort des Geschehens waren dann doch etwas weit. Aber dafür hat mir Delia noch einige Bilder zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!



Am Dock. Noch dauert es ein paar Tage, bis das Schmuckstück zum ersten kommerziellen Flug abhebt.
Das war’s dann. Damit hat die Edelweiss der Swiss den «Primeur» weggeschnappt, erhält letztere doch ihren ersten A350 erst im Spätsommer oder Herbst dieses Jahres.