- Etappe 1: Rüdlingen-Buchberg, 20. April 2026
- Etappe 2: Ramsen-Hemishofen-Stein am Rhein, 21. April 2026
- Etappe 3: Löhningen-Beringen-Schaffhausen-Siblingen-Schleitheim-Gächlingen, 22. April 2026
- Etappe 4: Bargen-Merishausen-Beggingen, 23. April 2026
- Etappe 5: Dörflingen-Buch, 24. April 2026
- Etappe 6: Lohn-Thayngen-Büttenhardt-Stetten, 3. Mai 2026
- Etappe 7: Neuhausen-Wilchingen-Neunkirch, 4. Mai 2026
- Etappe 8: Oberhallau-Hallau-Trasadingen, 5. Mai 2026
- Aufstellung der Höhepunkte
- Touren Eckdaten
Im Rahmen des Jubiläums «525 Jahre Kanton Schaffhausen» organisiert der Verein Schaffhauser Dichterpfad das Projekt «Schafuuser Höhepünkt». Hierfür wurden die topgraphisch höchsten Punkte aller 26 Gemeinden des Kantons markiert. Mehr unter schaffhauser-hoehepunkte.ch/.
Da ich mich nach dem Beinbruch immer noch «im Aufbau» befinde und Bergtouren in dieser Jahreszeit häufig risikobehaftet sind, habe ich mich entschlossen, den Challenge anzunehmen. Einerseits eben, um den Bewegungsapparat wieder «zum Laufen» zu bringen und die Muskeln aufzubauen, andererseits aber auch, um eine besondere Sicht des Kantons, in dem ich zwei Drittel meines Lebens verbracht habe, zu erhalten.
Meine Rahmenbedingungen: Hin- und Rückreise zu den Anfangs- und Endpunkten nur mit ÖV, den Rest zu Fuss. Die Bilanz: Fast 100 km Wegstrecke, je über 3’000 m Auf- und Abstieg, etwas über 19 Stunden unterwegs.
Ich verband die zu erreichenden Höhepunkte zu sinnvollen Etappen und wollte den Kanton «von aussen nach innen» durchwandern.
Etappe 1: Rüdlingen-Buchberg, 20. April 2026
Auftakt
Man soll ja nicht gleich übertreiben und so begann ich mit einem leichten Einlaufen im unteren Kantonsteil. Rüdlingen und Buchberg standen auf dem Programm, das gemäss den Rahmenbedingungen (ÖV und zu Fuss) mit einem Spaziergang von 10 Minuten hätte erledigt werden können. Das wäre dann aber doch nicht ganz im Sinne des Erfinders gewesen und deshalb verlängerte ich die Tour auf die klassische Schulreisedistanz bis Eglisau. Den Start wählte ich in Flaach, weil ich die neue Rheinbrücke noch nie überquert hatte.



Oben habe ich von «Schulreisedistanz» gesprochen. Das hat folgende nostaligsche Bewandtnis: Meine Mutter war rund zwanzig Jahre als Primarlehrerin in Zürich tätig und die klassische Schulreise der zweiten Klasse führte von Buchberg nach Eglisau.







Die Brücke ist noch weit weg, aber der Verkehrslärm ist bereits unüberhörbar. Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, wird um eine Umfahrung gerungen, aber ein konkretes Projekt ist noch nicht in der Pipeline. Derweil passieren täglich etwa 24’000 Fahrzeuge die Rheinbrücke, davon rund 3’000 Lastwagen.





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Etappe 2: Ramsen-Hemishofen-Stein am Rhein, 21. April 2026
Erste Härteprüfung
Ganz nach der Absicht, den Kanton von aussen nach innen «abzuarbeiten», war nach dem unteren nun der äussere Kantonsteil an der Reihe. Ursprünglich war eine Superetappe geplant, aber weil ich mich in dem Gebiet wirklich nicht auskenne reduzierte ich auf ein vernünftiges Mass.



Auch diesen Pfad werden die Biker wohl bald kaputt gebremst haben. Ein Phänomen, das ich leider noch häufiger beobachtet habe. Gerade in steilen Passagen oder Kurven sind die Spurrinnen teilweise so tief, dass sie kaum mehr «normal» zu Fuss begangen werden können. Diese Kanalsiserung führt natürlich auch zu grösserer Auswaschung bei Regenfällen, was die Misere noch verstärkt. Auf Rücksicht zu hoffen ist wohl vergebens, da hilft nur strikte Trennung von Wander- und Bike-Routen wie im Schwarzwald. Was dort möglich ist, sollte bei uns eigentlich auch funktionieren.



Ich habe schon Verständnis dafür, dass die Bevölkerung hier keine Windräder haben will. Wobei meines Erachtens nicht einmal die Windräder an sich das Problem sind, sondern die massiven Eingriffe, die für die logistische Infrastruktur notwendig sind. Da werden Autobahnen in Waldgebiete geschlagen, die kaum mehr zurückgebaut werden können oder dann dauert es Jahrzehnte, bis die Narben einigermassen verheilt sind. Es sind dieselben Argumente, welche für den Richtplan Windkraftanlagen auf dem Randen auch gelten.





Das «CS» auf den Grenzsteinen steht nicht für «Conféderation Suisse», sondern schlicht für «Canton Schaffhausen». Diese Markierungen stammen zum Grossteil aus einer grossen Grenzvermessung im Jahr 1839. Neben dem CS hat es manchmal auch noch ein kleines «S» für Schweiz. Auf der gegenüberliegenden Seite steht meist «GB». Das steht für das «Grossherzogtum Baden», da das heutige Deutschland zur Zeit der Steinsetzung (1839) noch kein geeinter Nationalstaat war, sondern aus verschiedenen Fürstentümern und Grossherzogtümern bestand. Meistens ist die Zahl 1839 eingemeisselt, das Jahr der offiziellen Festlegung dieser Grenzlinie. Dazu kommt eine fortlaufende Nummer. Auf der Oberseite des Steins ist eine Linie eingehauen, die exakt den Verlauf der Grenze zum nächsten Grenzstein anzeigt.
Fun Fact
Der nördlichste Grenzstein der Schweiz (bei Bargen) wird oft «Schwarzer Stein» genannt. Er trägt ebenfalls das CS für Schaffhausen und das GB für Baden. Sein Name rührt aber nicht von der Farbe her (er ist aus grauem Kalkstein), sondern vermutlich daher, dass dort früher «schwarze Schafe» – also Verurteilte – über die Grenze nach Deutschland abgeschoben wurden.



Nicht vorhandene oder unbegehbare Wege waren eine Herausforderung, mit der ich noch öfter zu kämpfen hatte. Geplant auf Basis der aktuellen Landeskarte, gab es erstaunlich viele schlecht oder schlicht unpassierbare Pfade. Zu Dornen und Brennnesseln gesellte sich dann auch noch Sumpf, was die Situation nicht wirklich erleichterte. Optmimistisch mit Shorts unterwegs, sahen meine Beine bald aus wie die eines OL-Läufers nach einem Wettkampf.


Nach Möglichkeit wollte ich nach dem letzten Höhepunkt gleich Richtung Rhein absteigen, musste aber feststellen, dass das Terrain schlicht zu steil war. Also folgte ich dem Höhenweg in Richtung Burg Hohenklingen.







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Etappe 3: Löhningen-Beringen-Schaffhausen-Siblingen-Schleitheim-Gächlingen, 22. April 2026
Königsetappe (Sammeltour)
Nicht aus Sicht der topografischen Höhe (annähernd), aber von der Anzahl zu erreichender Höhepunkte (6) war das die Königsetappe. Speziell interessierte mich der Höhepunkt der Stadt Schaffhausen, den ich nicht an diesem Ort erwartet hätte. Und, wie ich später aus Gesprächen merkte, die wenigsten auch nur eine Ahnung der Lage und Höhe hatten.


















Bild Staatsarchiv Schaffhausen

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Etappe 4: Bargen-Merishausen-Beggingen, 23. April 2026
Die grösste Distanz zwischen zwei Punkten ist die Abkürzung, die du nicht kennst.
Bei keiner Tourplanung habe ich mich derart vertan wie bei dieser. Das primäre Ziel war ja nicht Geschwindigkeit, trotzdem versuchte ich, Umwege weitgehenst zu vermeiden. Im Falle des Höhepunktes Bargen war das gar nicht so einfach: Von der Schweiz her führte kein Weg dahin und beim Einzoomen auf einen bearbeitbaren Massstab ist der Deutsche Teil nicht mehr sichtbar. Also suchte ich einen Weg, der möglichst nahe an den Höhepunkt heranführt und wollte danach «off road» weitergehen. Dieser Ansatz führte dann zum grössten Umweg des Programms.





Mit meinen weichen Trekkingschuhen war es unmöglich, dem trockenen Buchenlaub Herr zu werden. Ich nahm noch einen Ast als Steighilfe, aber es war letztlich bloss eine Sisyphusarbeit. Abgesehen davon, dass ich, besonders seit meinem Malheur am 19. Dezember, kein Freund von trockenem Buchenlaub bin. Der Entscheid zur Umkehr fiel mir leicht, wenn es auch bedeutete, einen ziemlichen Umweg in Kauf zu nehmen.












Madeleine versuchte mich hier anzurufen, aber leider war kein Netz verfügbar. Schmunzeln musste ich dann beim Hinweis, ich solle doch stattdessen mit einem WLAN verbinden…


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Etappe 5: Dörflingen-Buch, 24. April 2026
Teilweise unbegehbar.
Ursprünglich wollte ich ja eine Etappe machen, bei der ich den gesamten oberen Kantonsteil abgedeckt hätte. Letztlich davon abgehalten hat mich die damit verbundene Querung des ganzen Bibertales bei Ramsen abgehalten: Kein allzu erbauliches Wegstück. Also blieb nur noch eine Rumpfetappe übrig, aber auch die musste erst erwandert werden.










Eigentlich hatte ich vor, in der Diritissima nach Ramsen abzusteigen. Dieses Vorhaben musste ich aber knicken, nachdem ich einen Blick in den Abgrund geworfen hatte.







Diese Etappe war ein Potpourri von allem: Schöne Wanderwege, Autostrassen ohne Trottoir, Sumpf, Dornen, Brennnesseln sowie umgestüzte Bäume.

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Etappe 6: Lohn-Thayngen-Büttenhardt-Stetten, 3. Mai 2026
Reiat-Runde mit Sitzbank.
Nach einer Woche Unterbruch zum Bau eines Hühnerstalls auf Mallorca konnte ich den Challenge wieder aufnehmen. Neben dem Klettgau war auch noch der Reiat offen.






Hätten die Gemeindefusionen nicht stattgefunden, dann hätte es noch einige Höhepunkte mehr gegeben: Altdorf, Barzheim, Bibern, Hofen und Opfertshofen. Letzterer ist zum Höhepunkt Thayngens geworden.








Vom Staaringelacker ging es per Bus zurück nach Schaffhausen.

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Etappe 7: Neuhausen-Wilchingen-Neunkirch, 4. Mai 2026
Grenzgänger.
Heute stand die mit Abstand längste Etappe an. Den Teil bis Wilchingen (Osterfingen) habe ich bereits einmal gemacht, planungsmässig machte mir der Übergang vom Rossbärg zum Wannebärg und der Abstieg nach Neunkirch etwas Sorgen. Zu Recht, wie sich im Nachhinein herausstellte.


Auch hier wäre der Kampf mit Unterholz und Dornen nicht nötig gewesen. Aber leider war auf der Karte der Weg nicht eingezeichnet. Für die Fortsetzung musste ich fast den ganzen Weg zurück zum Herbstäcker machen.






Nach dem Rossberghof musste ich meine Tour komplett umstellen, weil eine Schlüsseltraverse einmal mehr nicht passierbar war. Aber nicht genug: Auf dem Rossbärg selbst suchte ich sicher fast 10 Minuten nach dem Pfosten – vergeblich. Immerhin hatte die App den höchsten Punkt Wilchingens bereits registiriert.


Die nächste Herausforderung folgte im Anschluss. Der ursprünglich geplante Weg zum Abstieg nach Osterfingen existierte nicht und auch der auf der Karte sogar mit Namen gekennzeichnete Langensteig war auf dem ersten Abschnitt unpassierbar.







Im Abstieg nach Neunkirch konnte ich den geplanten Weg nicht nehmen, konnte aber durch eine steile Schneise aus der Waldbewirtschaftung absteigen. Ab dem Aarmefäld war es dann wieder problemlos.




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Etappe 8: Oberhallau-Hallau-Trasadingen, 5. Mai 2026
Höhenwanderung.
Höhenwanderung ist vielleicht etwas übertrieben. Aber fast die ganze Tour spielte sich auf der Krete von Oberhallauerbärg, Hallauerbärg und Wilchingerbärg ab. Ausreisser war nur am Schluss der Abstieg nach Trasadingen.
















Inzwischen hatte es sogar zu regnen begonnen. Mein Hauptaugenmerk galt deshalb nicht Trasadingen, sondern einem trockenen Unterstand.


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Aufstellung der Höhepunkte
Klicken auf den Ortsnamen öffnet ein Fenster der Schweizerischen Landeskarte mit dem entsprechenden Höhepunkt.
| N° | Datum | Gemeinde | Koordinaten LV95 | Koordinaten WGS 84 |
| 1 | 23.04.2026 | Bargen | 2’685’275 / 1’293’108 | 47°46’59" N 8°34’35" E |
| 2 | 23.04.2026 | Beggingen | 2’684’598 / 1’292’196 | 47°46’29" N 8°34’2" E |
| 3 | 22.04.2026 | Beringen | 2’683’525 / 1’287’384 | 47°43’54" N 8°33’7" E |
| 4 | 24.04.2026 | Buch | 2’701’626 / 1’284’632 | 47°42’16" N 8°47°34" E |
| 5 | 20.04.2026 | Buchberg | 2’684’532 / 1’270’029 | 47°34’32" N 8°33’44" E |
| 6 | 03.05.2026 | Büttenhardt | 2’690’024 / 1’291’032 | 47°45’49" N 8°38’22" E |
| 7 | 24.04.2026 | Dörflingen | 2’697’052 / 1’285’204 | 47°42’37" N 8°43’55" E |
| 8 | 22.04.2026 | Gächlingen | 2’681’405 / 1’287’494 | 47°43’59" N 8°31’26" E |
| 9 | 05.05.2026 | Hallau | 2’676’560 / 1’285’282 | 47°42’49" N 8°27’32" E |
| 10 | 21.04.2026 | Hemishofen | 2’706’292 / 1’284’726 | 47°42’16" N 8°51’17" E |
| 11 | 03.05.2026 | Lohn | 2’691’344 / 1’291’229 | 47°45’55" N 8°39’25" E |
| 12 | 22.04.2026 | Löhningen | 2’682’821 / 1’285’405 | 47°42’50" N 8°32’32" E |
| 13 | 23.04.2026 | Merishausen | 2’684’621 / 1’292’201 | 47°46’30" N 8°34’3" E |
| 14 | 04.05.2026 | Neuhausen | 2’687’091 / 1’282’371 | 47°41’10" N 8°35’55" E |
| 15 | 04.05.2026 | Neunkirch | 2’680’118 / 1’280’578 | 47°40’15" N 8°30’19" E |
| 16 | 05.05.2026 | Oberhallau | 2’677’847 / 1’286’407 | 47°43’25" N 8°28’34" E |
| 17 | 21.04.2026 | Ramsen | 2’705’606 / 1’284’560 | 47°42’11" N 8°50’44" E |
| 18 | 20.04.2026 | Rüdlingen | 2’684’748 / 1’270’148 | 47°34’36" N 8°33’54" E |
| 19 | 22.04.2026 | Schaffhausen | 2’682’832 / 1’288’285 | 47°44’24" N 8°32’35" E |
| 20 | 22.04.2026 | Schleitheim | 2’682’222 / 1’288’193 | 47°44’21" N 8°32’5" E |
| 21 | 22.04.2026 | Siblingen | 2’682’229 / 1’288’195 | 47°44’21" N 8°32’6" E |
| 22 | 21.04.2026 | Stein am Rhein | 2’707’475 / 1’281’228 | 47°40’22" N 8°52’11" E |
| 23 | 03.05.2026 | Stetten | 2’692’047 / 1’289’203 | 47°44’49" N 8°39’58" E |
| 24 | 03.05.2026 | Thayngen | 2’690’660 / 1’292’200 | 47°46’27" N 8°38’53" E |
| 25 | 05.05.2026 | Trasadingen | 2’673’673 / 1’281’887 | 47°41’0" N 8°25’11" E |
| 26 | 04.05.2026 | Wilchingen | 2’679’322 / 1’279’023 | 47°39’25" N 8°29’40" E |
Touren Eckdaten
| N° | Datum | Tour | Länge Tour | Aufstieg | Abstieg |
| 1 | 20.04.2026 | Rüdlingen-Buchberg | 8.0 km | 301 m | 263 m |
| 2 | 21.04.2026 | Ramsen-Hemishofen-Stein am Rhein | 13.5 km | 538 m | 547 m |
| 3 | 22.04.2026 | Löhningen-Beringen-Schaffhausen-Siblingen-Schleitheim-Gächlingen | 11.4 km | 519 m | 442 m |
| 4 | 23.04.2026 | Bargen-Merishausen-Beggingen | 11.5 km | 480 m | 545 m |
| 5 | 24.04.2026 | Dörflingen-Buch | 9.2 km | 308 m | 343 m |
| 6 | 03.05.2026 | Lohn-Thayngen-Büttenhardt-Stetten | 8.8 km | 198 m | 286 m |
| 7 | 04.05.2026 | Neuhausen-Wilchingen-Neunkirch | 20.6 km | 566 m | 591 m |
| 8 | 05.05.2026 | Oberhallau-Hallau-Trasadingen | 13.2 km | 164 m | 315 m |
| Total | 96.2 km | 3’074 m | 3’332 m | ||
| Durchschnitt | 12.0 km | 384 m | 417 m |


















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