Wenn Schaffhausen zu leuchten beginnt …
Was passiert, wenn Licht zur Kunst wird und eine historische Stadt in eine faszinierende Welt aus Farben, Formen und Emotionen verwandelt? ✨
Vom 28. Oktober bis 8. November 2026 ist Schaffhausen Bühne des RHEINLICHT FESTIVALS – einem besonderen Erlebnis, das Lichtkunst und Stadtkultur auf einzigartige Weise verbindet.
Was gibt es zu sehen? Dazu der Veranstalter:
- Faszinierende Lichtinstallationen
- Kreative Kunst im öffentlichen Raum
- Historische Kulissen in einem völlig neuen Licht
- Magische Momente, die zum Staunen einladen
Ein Festival, das zeigt, wie Kunst den öffentlichen Raum verwandeln und Menschen auf ganz besondere Weise zusammenbringen kann.
Letzteres ist vielleicht ein gar herer Anspruch, aber ich lass ihn gern einmal im Raume stehen.

Die folgenden Beschreibungen der «Arteplages» sind der Webseite RHEINLICHT.CH entnommen.
ZWISCHENWELTEN
Ein Durchgang zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Okula (CH)
📌 Tanne
Betritt «Zwischenwelten» – einen geheimnisvollen Durchgang zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Grün-blaue Lichtwirbel ziehen sich über Boden und Fassaden und verwandeln die Gasse in eine Landschaft aus leuchtenden Strömungen. Spiralen überlagern sich, Raumgrenzen verschwimmen und das Vertraute erscheint plötzlich fremd. Mit jedem Schritt entdeckst du neue Perspektiven, während du selbst und dein Schatten Teil des Kunstwerks werden. Lass dich von den Lichtmustern in ihren Bann ziehen und folge ihnen für einen Moment in eine andere Welt.
So funktioniert’s
Über 30 Gobo-Projektoren bespielen die rund 70 Meter lange Gasse. Spezielle optische Vorlagen, sogenannte Gobos, formen das Licht zu grün-blauen Wirbelmustern. Die Geräte sind entlang der Gasse verteilt und präzise auf Boden und Fassaden ausgerichtet. Grösse, Schärfe und Ausrichtung der Projektionen werden auf die Architektur abgestimmt. Ihre Überlagerungen schaffen einen zusammenhängenden, begehbaren Lichtraum. Beim Durchschreiten werden die Besucher und ihre Schatten Teil des Zusammenspiels von Licht, Mustern und räumlicher Tiefe.




Nur wenige Meter weiter:
FLOWEЯ POWEЯ
Aérosculpture (FR)
📌 Herrenacker
Fasziniert von Luftschiffen und der Idee, in der Luft zu schweben, entwickelt Jean-Pierre David mit Aérosculpture ein Kunstprojekt auf Heliumbasis. Zu seinen bekanntesten Werken gehört zweifellos die Aéroplume. Er schafft leichte Installationen und spektakuläre, grossformatige Inszenierungen am Himmel.Nach und nach fand auch das Licht Eingang in seine Arbeit: «Die Leichtigkeit der LED-Systeme und ihr geringer Energieverbrauch ermöglichen es uns, Licht in unsere Luftobjekte zu integrieren».






HEART TIME
Tausend Möglichkeiten. Folge deinem Herzen. Okula (CH)
📌 Beckenstube
Ein Herz, tausend Möglichkeiten: «Heart Time» verwandelt den Innenhof in einen schillernden Raum aus Licht und Reflexionen. In seiner Mitte steht ein Spiegelherz, das farbiges Licht einfängt und in unzählige Lichtpunkte zerstreut. Über Fassaden, Fenster und Boden entsteht ein Meer aus leuchtenden Reflexionen, das die vertraute Architektur in einer neuen Atmosphäre erscheinen lässt. Die Besucher stehen mitten in diesem Lichtspiel. Mit jedem Schritt verändert sich ihr Blick auf das Herz: Neue Spiegelungen und Glanzpunkte werden sichtbar. Das Herz trägt die Vielfalt seiner Reflexionen in den Raum – ebenso wie unsere Wünsche, Gedanken und Möglichkeiten, die uns manchmal in unterschiedliche Richtungen ziehen.
«Heart Time» spielt mit dem Klang von «Hard Time» – jenen Momenten, in denen Entscheidungen schwerfallen und wir zwischen vielen Möglichkeiten nach Orientierung suchen. Während sich das Licht in alle Richtungen verteilt, bleibt das Herz die Mitte. Die Installation lädt dazu ein, innezuhalten, die Vielfalt auf sich wirken zu lassen und der eigenen inneren Stimme zuzuhören.
Der Innenhof wird selbst Teil des Kunstwerks. Mauern, Fenster und Oberflächen fangen die Reflexionen auf und verbinden Licht, Form und Architektur zu einem immersiven Gesamtbild.



FLUX
Collectif Scale (FR)
📌 Münsterplatz
In den vergangenen fünf Jahren war Flux weltweit gefragt und wurde auf Musikbühnen und bei zahlreichen Kunstveranstaltungen präsentiert. Die wandelbare, innovative und modulare Form der Installation hat seit ihrer Entstehung für grosse Aufmerksamkeit gesorgt. Durch die Vervielfachung der leuchtenden Linien und eine präzise motorisierte Steuerung spielt Scale mit subtilen Variationen von Phasen, Geschwindigkeiten und Bewegungsamplituden und formt daraus ein organisch wirkendes Objekt. Flux passt sich seiner Umgebung an, verändert deren Wahrnehmung und verwandelt den Raum in ein einzigartiges, spielerisches und dynamisches Spektakel. Die Choreografie tritt dabei in einen unmittelbaren Dialog mit der Musik.






OHMEGA
Kashmir Studio (CZE)
📌 Münster
Leuchtende Objekte projizieren geometrische Muster in den umgebenden Raum. Ihr Licht erzeugt faszinierende Schatten auf Wänden, die an Sternkarten, Kornkreise oder ferne orientalische Welten erinnern – als wären diese geheimnisvollen Objekte von einer Zivilisation Millionen Lichtjahre entfernt geschaffen worden.









Einfach sensationell. Und dass dazu die Kirchenbänke weggeräumt werden durften ist grossartig. Was für ein wunderbarer Raum!
SENTINEL
Studio Vertigo (UK)
📌 Allerheiligen
Sentinel ist eine immersive Lichtskulptur, die sich je nach Position der Betrachtenden verändert. Aus einer Perspektive erscheint sie als eine einzige, geschwungene Linie, aus einer anderen öffnet sie sich zu einem Fächer aus leuchtenden Linien. Die Form erinnert an einen schützenden Flügel – eine monumentale, behütende Präsenz. Das Licht bewegt sich sanft durch die Struktur, sodass das Werk niemals statisch wirkt, sondern sich ständig neu formt. Die Besucherinnen und Besucher können unter dem Bogen hindurchgehen. Dadurch wird die Skulptur weniger zu einem Objekt als zu einem besonderen Moment zwischen Ordnung und Bewegung.
Ihre geschwungene Flügelform vermittelt ein Gefühl von Wachsamkeit und Fürsorge. Die Skulptur erscheint als durchgehende Kurve, besteht jedoch aus einzelnen geraden Elementen. Je nach Standort verändert sich ihre Wahrnehmung. Was zunächst stabil und eindeutig erscheint, wird plötzlich unsicher und offenbart eine verborgene Ordnung. Das Licht beleuchtet die Skulptur nicht nur, sondern macht sichtbar, wie unsere Wahrnehmung selbst entsteht. So zeigt Sentinel, dass Bedeutung nicht feststeht, sondern sich mit jedem Blickwinkel verändert – im Zwischenraum zwischen dem, was wir sehen, und der Art, wie wir es sehen. Das Licht hinter dem Licht.


ANALEMMA
Yasuhiro Chida (JPN)
📌 Mosergarten,
Yasuhiro Chida beschäftigt sich in Analemma mit der Frage, was Raum eigentlich ist und wie etwas Unsichtbares wahrnehmbar werden kann. Kilometerlange weisse Fäden bilden eine dreidimensionale, polygonale Struktur. Auf diese «Raumzeichnung» werden feine Lichtlinien projiziert.
An den Schnittpunkten von Fäden und Licht entstehen unzählige leuchtende Partikel. Je nach Winkel und Position der Fäden scheinen sie sich unterschiedlich schnell zu bewegen. Zarte Regenbogenfarben verstärken den Eindruck eines schwebenden, lebendigen Raumes.
Die Besucherinnen und Besucher können die Installation durchwandern oder sich mitten hineinlegen und den Raum aus unterschiedlichen Perspektiven erfahren.
Der Titel Analemma verweist auf ein astronomisches Phänomen, bei dem sich Licht und Fläche begegnen. Chida schafft mit Analemma einen ähnlichen Dialog zwischen Linie, Fläche, Licht und Raum.




Die vielleicht verblüffenste Installation, auch wegen ihrer sehr aufwändigen Erstellung.
DIVINE GEOMETRY
Those Guys Lighting (LV)
📌 Rhybadi
Divine Geometry ist mehr als ein visuelles Kunstwerk – es ist eine intensive Erfahrung. Als Begleiter auf einer tiefen inneren Reise beschäftigt sich die Installation mit der Komplexität und Harmonie der Natur. Ein wesentlicher Bestandteil ist eine eigens komponierte 30-minütige Tonspur, die in Zusammenarbeit mit dem preisgekrönten lettischen Sound Engineer Pēteris Pāss entstanden ist. 24 kreisförmig angeordnete Laser erzeugen ein intensives, psychedelisches Erlebnis. Der Kreis steht für das Leben, die Natur und die mathematische Schönheit, die alle Lebewesen miteinander verbindet.




ETERNAL SUNDOWN
Mads Vegas (DK)
📌 Rheinbrücke/Feuerthaler Brücke
Eternal Sundown ist Sonne in der Stadt; fluoreszierende Lichter in kräftigen Farben vermitteln dem Betrachter ein wohliges Gefühl. Das Werk soll jedoch nicht wie ein natürlicher Sonnenuntergang wirken, denn der Künstler verwendet bewusst Materialien, die dem Werk eine postapokalyptische Atmosphäre verleihen. Wird diese künstliche Sonne die einzige Lichtquelle sein, wenn die verschmutzte Luft kein Sonnenlicht mehr durchlässt? Oder ist dieses Werk ein Zeichen der Hoffnung und eine neue Quelle nachhaltiger Energie?




TWIST AND SHINE
Kaleider (UK)
📌 Freier Platz/Schifflände
Twist & Shine ist eine faszinierende Landschaft aus interaktiven Lichtskulpturen. Sie bestehen aus miteinander verbundenen Prismen, die sich zu Tausenden von unterschiedlichen Formen drehen und verändern lassen. Jedes Mal, wenn jemand die Skulptur verändert, übernimmt er die Ausgangsform, die von den vorherigen Besucher:innen hinterlassen wurde. Durch das Verändern der Form wird die gesamte Lichtlandschaft immer wieder neu gestaltet und die Geschichte der Skulptur weitergeschrieben. Die Besucher:innen können gemeinsam experimentieren oder einfach beobachten, wie andere mit den Skulpturen spielen.



SALT MEMORY
Was geschieht, wenn Zeit kristallisiert? Katja Loher (SH/CH)
📌 Munot Kasematte
«SALT MEMORY» verwandelt die rohen Steingewölbe der Kasematten des Munots in einen Erlebnisraum. Inspiriert von Geologie und Geschichte der Region formt Katja Loher eine spekulative Bildwelt: Sie schlägt eine Brücke vom historischen Salzhandel der Stadt bis zum Kosmos. Salz wird zum poetischen Speicher von Zeit – ein Material, das geologische Prozesse, die Geschichte des Rheins und Kreisläufe der Natur verbindet, wobei der Mensch Teil eines Netzwerks aus Austausch und Transformation ist.
Drei monumentale Skulpturen, die das Video reflektieren (Saltscapes), ein funkelnder Sternenhimmel mit Loher’schen Kreaturen (Nocturne) und kleine, leuchtende Videoskulpturen mit filigranen Glassphären, versteckt in den Mauerbögen (Saltscopes) lassen den Raum atmen.
Aus der Vogelperspektive gefilmte Choreografien, Mikroskopie und Kaleidoskop-Effekte verbinden geologische Erdgeschichte mit mikroskopischem Leben. Es entsteht ein Dialog zwischen Mikro- und Makrokosmos: Ein Körper wird zur Landschaft, ein Kristall spiegelt das Universum und Muster zeigen Lebensformen in ständiger Bewegung.
Die Ausstellung entstand im Rahmen des Kulturpreises der Stadt Schaffhausen 2026, dessen offizielle Verleihung am 23. Oktober stattfand.




BIG BALLERINA
Angelo Bonello (IT)
📌 Munotzinne
Die klassische Balletttänzerin als Ikone von Schönheit und äusserer Eleganz – zugleich Sinnbild für die harte Disziplin, die erforderlich ist, um einem Ideal der Perfektion nahezukommen, das Opfer und Verzicht verlangt. Die ästhetische Vollkommenheit der Skulptur wird durch die Dynamik des Lichts und eine Klangkulisse immer wieder infrage gestellt. Der Klang durchbricht das harmonische und ausgewogene Bild der Figur und erzeugt eine emotionale Irritation. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Ethik und Ästhetik.


Die Installation, die ihren Reiz vom Standort zieht, selbst aber eher wenig inspirierend ist.
Arteplages, von denen ich keine Bilder gemacht habe:
- POLYNODE von Lumus Instruments (NL) im Kreuzgang
- QUANTUM JUNGLE von Robin Baumgarten (DE) im Kreuzgang
- ZWISCHEN RAUM UND ZEIT von Andrin Winteler (SH/CH) im Kräutergarten
- KRAFTWERK vom Kollektiv UME (CH) beim Kraftwerk
- GEISTERBAHN vom Kulturlabor (SH/CH) am Munothaldenweg
- LICHT-POESIE von Lydia Scherrer (SH/CH) im Kulturlabor.sh
- IS ANYONE HOME? Rhyality (SH/CH) an der Vordergasse
- L’ENVOL von Pitaya (FR) beim St. Johann/Vordergasse
- LICHT.SPEKTRUM.WANDEL von Pfeffermint (CH) an der Schwertstrasse












