Nach dem Beinbruch im letzten Dezember war dies meine erste ernsthafte Rückkehr ins alpine Gelände. Die Freude, wieder in den Bergen unterwegs zu sein, war entsprechend gross – vielleicht sogar grösser als die Vernunft, die man in solchen Momenten gerne etwas leiser dreht. Der Aufstieg zur Spannorthütte begann zunächst vielversprechend, bis mein Bein deutlich machte, dass Theorie und Realität manchmal unterschiedliche Wege gehen. Die Schiene hatte das Volumen verändert, der Bergschuh passte nicht mehr wie gewohnt, und aus einem harmlosen Ziehen wurde mit der Zeit ein klarer Hinweis: So wird das heute (und vor allem morgen) nichts. Noch vor der eigentlichen Tourbesprechung entschied ich mich deshalb, nicht weiterzugehen. Keine grosse Szene, kein Drama – eher eine nüchterne Entscheidung zwischen Risiko und Restprogramm.
Zusammen mit Tourenleiter Grischa und sieben weiteren Alpinisten schafften wir es tatsächlich, an einem Samstag immer in benachbarten Viererabteilen von Schaffhausen bis Engelberg zu fahren. Bei der Talstation der Fürenalpbahn stiessen dann auch noch Aline und Gabriel dazu, sodass wir uns zu zehnt auf den Weg machten, der über Dreiviertel der Distanz vorerst nur leicht anstieg.








Nach der Besprechung hatten wir noch ausreichend Zeit, die Spa-Angebot zu geniessen. «Alpines Resort & Spa» tönt vielleicht etwas übertrieben, kommt dem Ganzen aber schon ziemlich nahe. Es fehlen einzig die Parkplätze… Dass es auf der Hütte keinen Mobilfunkempfang gab, war der Entschleunigung auch sehr zuträglich.



Es war klar, dass bei Temperaturen von über 20° niemand das Angebot nützen wollte. Ich kann mir aber gut vorstellen, wie gemütlich es sein könnte.
Dann war es schon bald Essenszeit auf der Terrasse. Was Hüttenwart Andy und seine Crew auftischten, war hervorragend. Wie auch überhaupt die herzliche Betreuung.


















Mein Fazit der Tour? Keine Gipfelstürmer-Urkunde, dafür jede Menge Entschleunigung ohne Handyempfang, ein paar kühle Biere nach einer Hitzeschlacht und die Erkenntnis, dass die Berge nicht weglaufen. Das Bein braucht wohl noch etwas Zeit, aber die Vorfreude auf das nächste Mal ist riesig. Ein grosses Dankeschön an Grischa für die Top-Leitung und das Team der Spannorthütte für die grossartige Bewirtung.
P.S.: Aline und Gabriel mussten ihre Gleitschirme wieder ins Tal tragen.
P.S.2: Auf ein Relive-Video verzichte ich diesmal, weil die Darstellung im engen Tal kein «immersives Erlebnis» ermöglicht.










