Man muss nicht jeden Gipfel mitnehmen. Manchmal reicht es völlig, wenn einen der Sternenhimmel umhaut. Die Martinsmadhütte bot dieses Wochenende jedenfalls genau das – und mein Bein war ausnahmsweise derselben Meinung.
Die dritte Vorstandssitzung des Jahres der SAC Sektion Randen findet traditionsgemäss auf unserer Hütte Martinsmad statt. Schon der Zustieg ist nicht ohne, aber die Tour am Folgetag konnte ich nicht mitmachen – noch bin ich mit meinem Bein nicht so weit, abgesehen davon, dass ich mit den Cracks Grischa, Sandro und Martin auch technisch an die Grenzen gekommen wäre. Momentan ist es halt so, aber ich hoffe stark nächstes Jahr, wenn die Schiene draussen ist, wieder besser konditioniert zu sein. Für dieses Jahr jedenfalls habe ich alle Touren abgesagt.


Das Martinsloch – das berühmteste Loch der Schweiz?
Wer zum ersten Mal zur Martinsmadhütte aufsteigt, fragt sich früher oder später, ob der Name wohl etwas mit dem berühmten Martinsloch oberhalb von Elm zu tun hat. Tatsächlich liegen beide fast in Sichtweite voneinander – und beide tragen den Namen des heiligen Martin. Zufall? Wohl kaum. Ob der Heilige allerdings jemals persönlich hier unterwegs war, ist historisch eher schlecht dokumentiert.
Das Martinsloch selbst ist ein beeindruckendes Felsfenster im Tschingelhorn: rund 20 Meter breit und fast 40 Meter hoch. Zweimal im Jahr spielt die Sonne dort ein ganz besonderes Schauspiel und scheint für kurze Zeit genau durch das Loch auf die Kirche von Elm. Das lockt jeweils zahlreiche Schaulustige an.




Wer zur Martinsmadhütte aufsteigt, hat die mächtigen Hochspannungsleitungen ständig im Blick. Dabei vergisst man leicht, dass nicht die Hütte neben der Leitung gebaut wurde, sondern umgekehrt: Als die Martinsmadhütte 1907 (als Holzhütte, 1938 zum Steingebäude erweitert) eröffnet wurde, dachte noch niemand an 380 Kilovolt. Die Strommasten kamen erst gut ein halbes Jahrhundert später dazu. Irgendwie tröstlich – die Berge waren zuerst da, die Hütte auch. Aber schöner wird die Ansicht damit auch nicht.





Wenn ich schon nicht bei der Sonntagstour dabei sein konnte, wollte ich doch noch etwas mitnehmen von der Hütte. Der Talkessel im Süden ist absolut Fremdlicht-frei, das sollte – bei fast Neumond – doch eine schöne Sicht auf die Milchstrasse ermöglichen. Dazu hatte ich extra Stativ und zusätzlich ein Weitwinkelobjektiv mitgeschleppt. Um ein Uhr nachts schlich ich mich aus dem Schlafsaal.



Es besteht aus sieben hellen Sternen, die die Form eines Wagens oder einer Kasserolle bilden. Die fünfmalige Verlängerung der Rückseite des Grossen Wagens führt zum Polarstern.




Also so anspruchsvoll war die Tour nicht verkauft worden…
Ich machte mich jedenfalls mit Christoph auf den Weg ins Tal. Nach etwa 10 Minuten merkte ich, dass ich meine Stöcke vertauscht hatte. Also nochmals hoch zur Hütte und mit der richtigen Ausrüstung wieder los.















































