Vorsicht bei der Mietwagenbuchung in Sardinien! Wie uns eine absurde Ausrede am Flughafen Cagliari fast die Ferien kostete und warum wir nie mehr bei Check24 oder Auto Europe buchen. Doch wer 20 Jahre nach Sardinien reist, lässt sich die Urlaubsstimmung nicht nehmen: Ein Beitrag über einen holprigen Start, das erlösende Meer und die Kunst, eine Woche lang absolut gar nichts zu tun.
«Unser» Haus, die Villetta 3, war leider nicht frei, aber die Villetta Fabio gleich gegenüber. Der direkte Strandzugang war ein absolutes Muss und deshalb nahmen wir das Angebot gerne an.

Aber diese Ferien mussten erkämpft werden. Das begann schon mit dem frühen Abflug: Für 06:25 war der Start der Edelweiss in Kloten vorgesehen. Die Reise mit dem Nachtnetz wollten wir uns mit dem Reisegepäck nicht antun und liessen uns von Ilyas-Taxi (sehr empfehlenswert) zum Flughafen fahren.
Schnelle Sicherheitskontrolle
Da wir schon online eingecheckt hatten, war das Check-In bzw. das Drop-Off schnell erledigt. Aber noch schneller ging es bei der Sicherheitskontrolle. Am Vortag wurden die neuen Scanner in Betrieb genommen, das ist ein lange überfälliger Meilenstein. Die 100 ml-Grenze für Flüssigkeiten ist Geschichte und ebenso das Auspacken aller elektronischen Geräte. Sprengstoff-Tests gibt es immer noch, bei Madeleine waren es die Schuhe, bei mir die Kamera. Aber auch so waren wir in weniger als 5 Minuten durch und damit mit reichlich Wartezeit gesegnet, die wir eigentlich lieber im Bett verbracht hätten. Zu Madeleine machte ich noch die flapsige Bemerkung, dass das Schrei-Baby vermutlich in Reihe 8 mitfliegen würde (wir hatten Reihe 7). Wie funktioniert das nochmals mit dem Karma? Also jedenfalls sass die Familie wirklich in Reihe 8, direkt hinter uns…

Die Route wäre gut gewesen, aber der Dunst verhinderte eine klare Alpensicht.
Mitwagen-Fiasko
Die Mietwagen-Büros im Flughafen Cagliari sind im ganzen Ankunftsbereich verstreut, aber schliesslich fanden wir den Vermieter Ecovia des Anbieters Auto Europe gleich beim Ausgang. Aber die Dame am Schalter wollte uns das Auto nicht aushändigen, obwohl wir schon bezahlt hatten. Der Grund: Auf der ID vom Madeleine steht auch noch ihr Mädchenname, auf dem Fahrausweis nicht. Somit sei nicht garantiert, dass dies dieselbe Person sei. Das stehe irgendwo in den AGB, die, gemäss ihrer eignen Aussage, sowieso niemand lese, aber der Fall sei klar. Der Anbieter Auto Europe übernimmt keine Verantwortung, nur Geld und mit Check24 als weiterem Vermittler ist es genauso. Einmal abgesehen davon, dass es praktisch unmöglich war, dort jemanden zu erreichen. Neuer Vorschlag: Wir mieten unser Auto ein zweites Mal, diesmal auf mich. Leider bei Ecovia nicht möglich mit Kreditkarten, die nicht mit der herausgebenden Bank gebrandet sind. Was war denn das wieder für eine Ausrede?
Nun, die Situation war etwas angespannt: Wir waren in Cagliari gestrandet ohne Mietwagen und das zu Beginn der Hochsaison.
Wir mussten also versuchen, ad hoc an ein Fahrzeug zu kommen. Alle Mietwagen-Schalter waren belegt und die Warteschlangen teilweise sehr lang. Nur bei Hertz hatte es niemanden. Miete: Kein Problem, Bezahlung: Kein Problem, Zusatzversicherungen, Selbstbehalt etc.: Kein Problem, gibt es nicht, ist alles inbegriffen. Na ja, der Preis war fast doppelt so hoch wie das, was wir schon bezahlt hatten, aber wir hatten ein Auto.
Einmal unterwegs, wich der Ärger der Vorfreude über was uns erwartete. Es war zwar nicht «unser» Haus, aber wir hatten doch eine gute Vorstellung dessen, was uns erwarten würde. Ein Haken hatte die Sache noch: Eigentlich wäre die Villetta Fabio erst um 17 Uhr bezugsbereit gewesen, aber inzwischen haben wir einen so guten Draht zu Stefania, der Managerin vor Ort, dass wir bereits um 13:30 Uhr einziehen konnten.
Bis dahin hatten wir gerade noch ausreichend Zeit für einen kleinen Lunch im Isola Verde in Costa Rei (mit dem ersten Ichnusa auf Sardischem Boden) und einen erste Einkauf im Despar Monte Nai Market.
Ferienmodus in 5 Minuten
Ja, es war zwar nicht «unser» Haus, aber von der Anlage her sehr ähnlich. Deshalb war es auch nicht weiter erstaunlich, dass wir innert kürzester Zeit in den Ferienmodus umschalten konnten.


Dolce far niente
Nein, Aktivferien kann man das nicht nennen. Aber das war so gewollt. Und der Ort, der Müssigkeit zu frönen, war einmalig: Ein Olivenbaum im Garten, unter dem zwei Liegestühle Platz fanden. Ein Ort zum Dahinschmelzen, nicht temperaturbedingt, sondern emotional. Der diffuse Schatten des dichten Laubwerks schützte vor Sonnenbrand, die ständige Brise vom Meer sorgte für angenehme Temperaturen, auch wenn das Thermometer 35° zeigte.



Erdbeermond
Seit einigen Jahren herrscht ja ein richtiger Hype um all die verschiedenen Vollmonde: Supervollmond, Wolfsmond, Rosa Mond etc. Das hat früher eigentlich niemanden wirklich interessiert, ist aber im Rahmen von Social Media zu einem Massenphänomen geworden. Je nach Namen werden dann Bilder gepostet, die den Mond eben in völlig unnatürlicher Färbung zeigen.
Das ist vor allem beim Blue Moon (blauer Mond) witzig, weil es absolut keine astronomische Bedeutung hat und der Mond in keiner Weise blau leuchtet. Der Name leitet sich von der englischen Redewendung «once in a blue moon» ab, was unserem «alle Jubeljahre einmal» entspricht. Es gibt zwei unterschiedliche Definitionen, wann ein Vollmond als Blue Moon gilt:
Die zwei Arten von Blue Moons
- Monatlicher Blue Moon: Der zweite Vollmond innerhalb eines einzigen Kalendermonats. Da der Mondzyklus 29.5 Tage dauert, ein Monat aber meist 30 oder 31 Tage hat, kommt dies etwa alle zweieinhalb Jahre vor.
- Saisonaler Blue Moon: Der dritte Vollmond in einer astronomischen Jahreszeit, die ausnahmsweise vier statt der üblichen drei Vollmonde hat.

Das Perigäum ist der wissenschaftliche Fachbegriff für den erdnächsten Punkt auf der elliptischen Umlaufbahn des Mondes. Ein «Supervollmond» ist also schlicht die populäre Bezeichnung für einen Vollmond, der genau in diesem erdnächsten Punkt (oder sehr nah daran) stattfindet.
Der Mechanismus hinter dem Phänomen
- Die elliptische Bahn: Der Mond umkreist die Erde nicht in einem perfekten Kreis, sondern auf einer Ellipse. Daher schwankt seine Entfernung zur Erde monatlich um rund 50’000 Kilometer.
- Perigäum vs. Apogäum: Den erdnächsten Punkt nennt man Perigäum (ca. 356’000 bis 363’000 km). Der erdfernste Punkt heisst Apogäum (ca. 405’000 bis 406’000 km).
- Das Zusammentreffen: Der Mond erreicht sein Perigäum alle 27.55 Tage (anomalistischer Monat). Da ein Mondphasen-Zyklus von Vollmond zu Vollmond aber 29.53 Tage dauert (synodischer Monat), fallen Perigäum und Vollmond nur etwa alle 14 Monate exakt am selben Tag zusammen.
Ein Supervollmond hat also einen etwa 14% grösseren Durchmesser als der Mond im Apogäum, was aber, Hand aufs Herz, von Auge kaum feststellbar ist, obwohl die sichtbare Fläche dadurch knapp 30% grösser ist. Interessanterweise entspricht das Grössenverhältnis ziemlich genau dem Verhältnis eines Fünfliebers zu einer 2-Franken Münze, betrachtet aus über drei Metern Distanz, aber ohne direkten Vergleich und ohne den hohen Kontrast eines Vollmondes.
Aber all die Bilder von diesen gigantischen Armageddon-Monden sind der Perspektive und der Aufnahme mit starken Teleobjektiven geschuldet – oder der Fotomontage, im KI-Zeitalter für jedermann machbar.
Aber zurück zum Erdbeermond. Der Name hat mit der Farbe nichts zu tun, sondern stammt von indigenen Völkern in Nordamerika (wie den Algonquin), die den Vollmond im Juni als Zeichen für die reifen Erdbeeren nutzten. Dass der Erdbeermond aber so intensiv rötlich leuchtet, hat zwei Ursachen:
- Die Rayleigh-Streuung (Der lange Weg durch die Atmosphäre)
Wenn der Mond frisch aufgeht und ganz tief über dem Horizont steht, muss sein Licht einen extrem langen Weg durch die Erdatmosphäre zurücklegen – dieser Weg ist viele Male länger, als wenn der Mond steil über uns am Himmel steht.
Unsere Atmosphäre ist voller Luftmoleküle, Staub und Feuchtigkeit. Diese winzigen Teilchen streuen das kurzwellige, blaue Licht des Mondes in alle Richtungen weg. Das langwellige, rote und orangefarbene Licht hingegen durchdringt die dicke Luftschicht fast ungehindert. Bei uns kommt also fast nur noch der rote Anteil des Farbspektrums an. Genau derselbe Effekt sorgt übrigens auch für unsere roten Sonnenuntergänge. - Die flache Flugbahn im Sommer
Der Juni-Vollmond steht der Sonne genau gegenüber. Da die Sonne im Frühsommer ihren höchsten Stand des Jahres erreicht, zieht der Vollmond im Gegenzug auf einer sehr flachen Bahn über den Nachthimmel.
Das Ergebnis: Er schafft es die ganze Nacht über kaum in die Höhe und verharrt extrem lange in den bodennahen, dicken Luftschichten. Der rötliche Filtereffekt bleibt uns dadurch viel länger erhalten als in anderen Monaten.
Sobald der Mond im Laufe der Nacht höher steigt, verkürzt sich der Weg des Lichts durch die Atmosphäre wieder. Das blaue Licht wird nicht mehr so stark herausgefiltert, und er nimmt seine gewohnte, hellgelbe bis weissliche Farbe an.
Wenn man den Mond dabei noch so nahe wie möglich am Horizont «erwischt», dann verstärkt sich dieser Effekt. Näher am Horizont als über dem Meer geht ja eigentlich nicht. Leider war der Himmel nicht ganz wolkenfrei.




Die Rotfärbung war ungewöhnlich intensiv. Aber je höher der Mond stieg, desto «normaler» wurde er.
Keine grossen Sprünge
Es ist schon erstaunlich, wie wenig es braucht, um nicht ein Gefühl der Leere zu haben, sondern den Eindruck eines erfüllten Tages bekommt. Na ja, vermutlich nicht jedermanns Sache, aber bei uns hat es funktioniert.



Der Weg ist kein Durchgangsweg und somit ist Privatsphäre garantiert.






Das hat beim Apéro angefangen und hörte mit dem Dessert auf.


Einmal konnten wir uns aber doch überwinden. Die Pizzeria Capo Ferrato. Zu essen gibt es ausschliesslich – Pizza. Nichts anderes. Kein Salat, keine Pasta, aber noch eine grosse Dessertkarte. Und, nicht ganz unwesentlich: Das ganze Ichnusa-Sortiment. Sehr gut und sehr günstig.

Zu lange hatte sich die feuchte Luft gestaut und im Landesinneren tobten schon seit Tagen heftige Gewitterstürme. Jetzt hat’s auch die Küste erwischt.



Den anfänglichen Ärger hatten wir schon lange vergessen und wenn nicht, dann wäre er spätestens jetzt von der Wehmut über die baldige Abreise verdrängt worden.






Es ist wunderbar gewesen, nur einfach viel zu kurz. Aber wir werden alles auf eine Wiederholung setzen, nächstes Jahr…











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