6. FEBRUAR 2026, SPITAL HERISAU
NOCH
Ein Beinbruch passt nie. Umso ärgerlicher ist es, wenn er kurz vor dem Ende einer Tour passiert. Der Bericht dazu ist hier zu lesen.
Aber mit der schnellen Rettung durch die rega und die sofortige Operation im Kantonsspital Herisau ist die Sache natürlich nicht gegessen. Es folgt eine Zeit mit grösseren Einschränkungen für einen selbst und auch das Umfeld. Selbst wenn das Ende absehbar ist, ganz ohne Selbstmitleid geht es wohl nicht…
So viele Selbstverständlichkeiten sind plötzlich mühsam. Das beginnt beim Nächtlichen Toilettengang und erreicht einen ersten Tageshöhepunkt beim Duschen: VacoPed und Überziehstrumpf ausziehen, mit dem Gartenstuhl unter die Dusche humpeln, einseifen, abduschen, abtrocknen, Unterwäsche und Hose anziehen, das Bein mit dem VacoPed wieder fixieren – gerade zu Beginn war das derart anstrengend, dass ich gleich wieder hätte duschen können. Die Kaffeemaschine kann ich zwar bedienen, aber den Kaffee muss ich dann über mehrere Stationen bis zum Tisch befördern. Und so geht es weiter. Eine Hilfe bin ich im Haushalt auch nicht mehr, und an der Betreuung der Schwiegereltern kann ich mich auch nicht mehr beteiligen.


Tagsüber habe ich keine Schmerzen, gegen Abend beginnt es zu ziehen, aber eigentlich nur wenig. Die Dosen habe ich reduziert und nach 10 Tagen ganz aufgehört (ausser der Impfung).
2. Januar 2025 – Fäden entfernen

Eigentlich wäre das Fäden entfernen Sache des Hausarztes, aber nach einem Anruf in der Notfallklinik im Kantonsspital war es kein Problem, das auch dort machen zu lassen. Einfach einen Termin könnten sie mir nicht geben. Seit meinem letzten Aufenthalt in der Notfallklink hat sich administrativ einiges getan. Dazu eine kleine Annekdote:
Als ich mir vor 10 Jahren die Platte vom Bruch des linken Beins entfernen liess, geschah das ambulant, mit dem Hinweis, wenn es zu sehr blute, solle ich mich einfach wieder im Notfall melden. Es blutete stark und ich war einige Stunden nach der Entlassung wieder da. Da schob mit die PA ein Anmeldeformular über den Tresen, den ich doch bitte ausfüllen solle. Ich bin dann wohl etwas laut geworden und mit dem Hinweis, dass ich heute Morgen hier operiert worden sei und jetzt sicher kein neues Formular ausfülle, ging es dann plötzlich...
Jedenfalls war die Anmeldung im Handumdrehen erledigt, ich musste nicht einmal das Krankenkassenkärtchen zücken. Wer früher im Wartezimmer ist, der wartet halt einfach länger, in meinem Falle eine Dreiviertelstunde.
Die Wunde ist gut verheilt, aber bei der Einzelknotennaht dauert das Ziehen eben etwas länger.
Achtung: Das Bild vielleicht besser nicht vor einer Mahlzeit anschauen…

Zwischendurch musste dann der Arzt zu einem echten Notfall, so kam weitere Wartezeit hinzu. Die Naht stammt vermutlich von zwei Personen, oben vom Assistenten, unten vom Chef. Das sei daran zu erkennen, dass oben die Knoten tief ins Fleisch eingezogen seien, unten aber leicht zugänglich an der Oberfläche gesetzt wurden. Erschwert wurde die Entfernung noch durch das Einwegbesteck, bei dem die Schere weniger scharf und die Pinzette weniger präzise sei. Ist schon schräg, so etwas nach einmaligem Gebrauch wieder wegzuwerfen.

Madeleine war gerade mit dem Einkauf fertig und so kam ich in den Genuss des Taxiservices nach Hause.
Nur noch etwas über 4 Wochen…

10. Januar 2025 – Pflaster weg
Heute Morgen beim Abtrocknen nach der Dusche habe ich mir ungewollt das geniale Pflaster abgerissen. Ich habe es nicht mehr ersetzt. Die Narbe ist trocken und durch den Überziehstrumpf und die Polsterung des VacoPed ausreichend geschützt.

Schmerzen habe ich überhaupt keine mehr, was auch ein bisschen gefährlich ist, weil man leicht vergessen könnte, dass man noch nicht belasten darf.
Noch knapp vier Wochen…
20. Januar 2025 – Stimmungsaufheller
Ich bin nicht gerade am veröden, aber mein Leben ist momentan nicht so wirklich spannend. Ich lese zwar viel, bearbeite Bilder am PC, treibe mich – viel zu lange – auf Instagram rum, mache mir meine Gedanken zur Gesellschaft und zur Politik, gebe meinen Senf dazu mit Onlinekommentaren im Tages-Anzeiger und der New York Times oder schreibe Leserbriefe. Ich kann ja nicht einmal in die Werkstatt, weil ich nicht so lange stehen kann. Aber vor allem: Ich bin zuhause eingesperrt und draussen herrscht prächtigstes Bergwetter. Wenn es jetzt so vereist ist, dann will ich einfach nichts riskieren und darum beschränkt sich mein Aussenradius auf den Gang zum Briefkasten.
Positiv ist natürlich, dass ich nach wie vor keine Schmerzen habe und auch die Narbe schön verheilt. Also gute Voraussetzungen, dass es wieder völlig gut wird. Und um meine Zuversicht auch noch etwas zu untermauern, habe ich mich gleich für drei Bergtouren der SAC-Sektion Randen angemeldet:
Bis Ende Juni sollte ich die Fitness wieder zusammenhaben, um da mitzutun.
Hat gut getan. Die Anmeldung.
Noch etwas mehr als zwei Wochen…
24. Januar 2025 – Laub

Jetzt ist mir ein Bild von Ende Oktober nochmals in die Hände gekommen, aufgenommen fast an der gleichen Stelle:

In 13 Tagen ist die Schraube draussen.























































































































































































































