Eigentlich sprach alles gegen diese Tour: Sommerhitze, Ferienverkehr und gefühlt halb Mitteleuropa auf dem Weg in den Alpstein. Nach meinem Beinbruch bleibt mir derzeit ohnehin nur die gemütlichere Variante.
Ja, die Bergsaison ist dieses Jahr noch nicht wirklich üppig ausgefallen und daran wird sich aller Voraussicht nach leider auch nicht mehr viel ändern. Ich missdeutete die Signale der Tour auf den Schäfler von Anfang März. Schon damals hätte mir klar werden müssen, dass sich der «Courant normal» vermutlich nicht so schnell wieder einstellen würde. Aber ich wollte es nicht wahrhaben und meldete mich auch von den Touren auf den Gross Spannort und Piz Blaisun nicht ab, immer im Vertrauen, dass es dann schon klappen würde. Die Zäsur war dann auf der Spannorthütte, als ich für den Gipfel Forfait geben musste. Danach war mir klar, dass ich, solange die Platte in meinem rechten Bein ist, meine Ambitionen knicken muss.
Ich schob das teilweise auf die fehlende Praxis, weil im Frühjahr die Wetter- und Schneesituation Bergtouren erschwerten, aber das war nicht ausschlaggebend.
Nun gut, der Schäfler ist bei Trockenheit ein Spaziergang und die Umgebung tut mir gut. Lily hätte mich gestern begleitet, aber da war Regen angesagt. Aber das holen wir nach.
Die Appenzeller Bahn war ab Gossau nur wenig besetzt, aber die Massen, die in Herisau und Urnäsch einstiegen, machten mich etwas skeptisch. Ich hatte keine Lust auf eine Völkerwanderung. Zum Glück hatte ich das Ticket für die Ebenalpbahn schon online gelöst und in Wasserauen bin ich schon fast zur Talstation gerannt. Wegen des hohen Aufkommens war aber kein Fahrplan-, sondern Dauerbetrieb. Trotzdem musste ich noch eine Fahrt aussetzen. Ab der Ebenalp zog sich das Feld aber schnell in die Länge.




Der Schäfler war ja nur Zwischenziel auf dem Weg zum Mittagessen. Aber die Elektrolyte wollten ersetzt sein und im Übrigen war es bereits Apéro-Zeit.
An einem der raren Schattenplätze gönnte ich mir ein (alkoholfreies!) Appenzeller Weizenbier.












Trommelwirbel…
Der kulinarische Höhepunkt:
Biertreberhörnli mit Appenzellerkäse und einem Appenzeller Weizenbier (die Elektrolyte, ihr wisst schon…)
Dafür alleine lohnt sich der Weg.


Unter normalen Umständen hätte ich den Abstieg nach Wasserauen zu Fuss gemacht. Aber er führt über die Bommen, wo ich im Dezember von der Rega gerettet werden musste. Nein, kein Bock. Also wieder hoch zur Ebenalp und mit der Seilbahn ins Tal.

Was bleibt? Es war, wie erwartet. Und nicht so überlaufen, wie befürchtet. Und auf meine nächsten Bietreberhörnli freue ich mich jetzt schon. Nächste Woche, dann aber mit Lily.
















































































































































































